Einheitsbrei?

Es begann mit meinem ersten Kassettenrecorder. Lang vorbei sind auch die Zeiten, als ich andächtig die Schallplatte auf die B-Seite wechselte, die Songtexte und das mehrseitige Booklet studierte. Mit Erfindung der CD nahm der emotionale Bezug zu den einzelnen Songs spürbar ab. Kannte ein Musikliebhaber in der Schallplatten-Ära noch jeden Songtitel, so wurde dann – ähnlich der Menükarte im China-Restaurant – die gewünschte Nummer angesteuert. Nun hieß es also, „bitte geh auf Track 12 und dann auf 7“. Wer meinte, die Anonymität im Musikkonsum ist nicht weiter steigerbar, hat geirrt. Auf MP3-Player wurden nur noch die jeweiligen Lieblingstitel gespeichert. Glanzstücke einer B-Seite blieben damit unter der Kommerz-Wahrnehmungsgrenze. Mit anderen Worten: klarer Trend zum Einheitsbrei-Hörer statt Musikliebhaber. Radio einschalten würde demnach auch ausreichen. Mittlerweile haben MP3-Player weitgehend ausgedient. Die technische Entwicklung hat diese Anwendung in relativ kurzer Zeit überholt. Musik-Streaming ist das neue Zauberwort. Auch ich bin beeindruckt und begeistert von der „Convenience“ dieser Dienstleistung. Mittlerweile ist es nicht einmal mehr notwendig, Interpret oder Song zu kennen, es reicht eine Fix-Fertig-Playlist anzutippen und per Shuffle-play laufen zu lassen.

Irgendwas oder individuelle Playlist?

Der große Mehrwert von Streaming-Diensten ist die Erstellung individueller Playlists und das günstige Kennenlernen und Reinhören von bis dato unbekannten Musikrichtungen und Interpreten. Und da wären wir jetzt beim Sport.

Musik beim Training?

Beim Krafttraining sowie auch beim Laufen ist Musik eine wunderbare und willkommene Unterstützung. Wenn die Musik passt. Denn ich habe eine Allergie. Nicht nur gegen Gräserpollen, sondern auch gegenüber völlig belanglosen, abgedroschenen More-of-the-same-Radiohits. Du wirst doch hoffentlich nicht dein anspruchsvolles Training mit mieser Musik torpedieren? Um die Qualität deines Trainings (vor allem punkto Genussfaktor) mit Musik zu perfektionieren, haben wir 3 einfache Tipps zusammengetragen:

Drei Tipps + Extra

Tipp 1: Die Musik sollte zur Uhrzeit, zum Trainingsinhalt (z.B. langsamer Lauf oder Tempolauf) und auch zu deiner aktuellen Stimmung bzw. der jeweiligen Jahreszeit (Läufe an dunklen November-Abenden sind völlig anders als Morgenläufe an sonnigen Juni-Tagen) passen. Erstelle dir also nicht eine, sondern gleich mehrere Playlists, damit du aus dem Vollen schöpfen kannst.

Tipp 2: Beim Krafttraining sollte der Musikstil zwischen Warm up, intensivem Hardcore-Training sowie Cool down und Dehnen differenziert werden. Ein Beispiel:
10 Min. pushender Elektronik-Sound zum Aktivieren
40 Min. treibende Hip Hop-Beats (old school) oder Alternative Rock (ich liebe beides)
10 Min. etwas ruhigerer Sound zum Cool down
Speed-Metal ist vermutlich nicht ganz das Richtige beim Dehnen – vielleicht eher Elektro-Deep House?

Tipp 3: Falls das geplante Training heute keine „Sogwirkung“ auf dich ausübt und der Fernseher plötzlich magnetische Kräfte entwickelt, dann kann eine neue, selbst erstellte Playlist das Pendel Richtung Training ausschlagen lassen. Allein schon das Aussuchen der Playlist bzw. der Songs macht Spaß. Nutze also jeden Trick zur Selbstüberlistung, Hauptsache du trainierst!

Extra-Tipp: Fallweise ganz ohne Beschallung den Wald zu durchstreifen, sich nur auf die Geräusche der Natur und der eigenen Atmung zu konzentrieren, ist zum Ausgleich und zur Erholung auch nicht zu unterschätzen. Verwende doch hin und wieder – oder immer – die „Playlist Natur“!

Fazit: Wenn Musik, dann mit der eigenen Playlist. Wer will schon die Trainingszeit mit schwacher, kaugummizäher Einheitsbrei-Musik verbringen?

Hörst du Musik beim Training? Welche Musik bevorzugst du? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

by Christoph

Ob Georg mit Musik trainiert ist mir gar nicht bekannt, seine aktuellen Aktivitäten kannst du aber seinem  TRAININGS-TAGEBUCH entnehmen. Und uns interessiert noch immer, welche Ziele du dir setzt, also: TRAG dein ZIEL ein!

 

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