Out of the Dark – Erlebnis Vollmondschwimmen

Nachdem ich es zu den von mir geplanten Bewerben heuer nicht recht schaffen will, dafür aber oft spontan an jenen teilnehme, die ich nicht vorgehabt hatte, sprach auch im Urlaub nichts dagegen, diese „Tradition“ aufrechtzuerhalten: Die Werbung über ein „Vollmondschwimmen“ reizte meine Neugier und besiegelte so das Ende meiner Urlaubszeit. Vereinte es doch das von mir lieb gewonnene Schwimmen mit einer reizvollen, neuen Erfahrung: Schwimmen in der Dunkelheit! Aber alles der Reihe nach.

Überzeugungsarbeit

Als ersten Schritt galt es, zu Hause für „Unterstützung“ zu sorgen. Und so sah ich mich erstmals mit Fragen wie: Wie dunkel ist es da? Wie funktioniert die Beleuchtung? Ist das nicht gefährlich und so weiter konfrontiert. Nachdem ich die Bedenken mithilfe Internet-Recherche ausräumen konnte, meldete ich mich an. Wie das Ganze nun tatsächlich vonstattengehen würde, davon hatte ich jedoch selbst nicht den blassesten Schimmer.

Vor Ort

Bei meiner Ankunft an der Neuen Donau herrschte bereits reges Treiben. Sowohl Freizeitbegeisterte als auch Wettkampfteilnehmer tummelten sich am Gelände. Ich sichtete viele Neoprenanzüge und war erleichtert, dass diese „Schwimmhilfe“ wohl erlaubt war. Puh, Glück gehabt! Nach dem Motto „Safety first“ erhielt jeder Teilnehmer eine aufblasbare Boje, welche mit einem Licht versehen war.

Der Bewerb

Es galt, zwei Ein-Kilometer-Runden in der Neuen Donau zu schwimmen – gegen den Uhrzeigersinn, um in Richtung Ziel den Vollmond immer vor Augen zu haben. Eigentlich ein sehr romantisches Bild, nur hatte zumindest ich dafür keinen Kopf.

Der Start – Runde 1

Die Startzeit war mit 21 Uhr fixiert. Das Licht an der Boje machte nun wirklich Sinn, denn Mitte August ist es um diese Zeit bereits verdammt dunkel. Mit mir stellten sich knapp 170 Teilnehmer der Challenge Vollmondschwimmen. Punkt 21 Uhr setzte sich die Horde an Lichtern in Bewegung. Ein genialer Anblick vom Ufer aus – im Wasser eher ein Kampf. 170 Teilnehmer an der Startlinie, die im selben Moment versuchen, so schnell wie möglich dem großen Gedränge zu entfliehen. Ohne beleuchtete Bojen wäre es hier im wahrsten Sinne des Wortes drunter und drüber gegangen. Meine Taktik war eher darauf ausgelegt, das Feld von hinten aufzurollen, also anfangs im hinteren Bereich zu bleiben. Somit war ein Großteil des Teilnehmerfeldes bereits bei der ersten Wendeboje weit entfernt von mir, dennoch hatte ich ein paar Mitschwimmer, mit denen ich mir „Positionskämpfe“ liefern konnte. Leider war beim Zurückschwimmen der Mond von einer Wolke verdeckt, und ich musste auf das schöne Schauspiel in der nächsten Runde hoffen.

Runde 2 – Der „Zieleinlauf“

War vor allem zu Beginn der ersten Runde um mich herum noch ganz schön viel los, so war Teil zwei des Rennens eher unter der Kategorie „einsames Rennen“ einzureihen. So wagte ich es auch nicht, mich während des Schwimmens umzudrehen. Ich bevorzugte die Ungewissheit, nicht zu wissen, ob ich nun Schlusslicht bildete oder nicht. Dafür hatte ich auf den letzten hunderten Metern den von der Wolke befreiten Mond auf meiner Seite und konnte das Spektakel Vollmondschwimmen und die davon ausgehende Faszination doch noch bewusst genießen. Nach zwei Kilometern war dann auch tatsächlich Schluss, worüber sich auch mein verausgabter Körper freute. Und vor allem mein Geist war happy, dass nach mir doch noch eine Handvoll Schwimmer aus dem Wasser stieg. Schlussendlich wurde ich zu meiner Freude 157ster von 167!

Mein Resümee

Ganz klare Empfehlung an alle Schwimmbegeisterten! Vollmondschwimmen besticht durch ein ganz spezielles Flair, einerseits mit dem Bild des magischen Vollmondes, andererseits mit dem spannenden, zeitweiligen Gefühl, wenig bis nichts zu sehen. Mehrere Wasserpflanzen durfte ich berühren, gesehen habe ich sie zum Glück nicht – ein Hang zu etwas Mystik ist also empfehlenswert. Ich habe durchaus Verständnis für alle, denen Schwimmen im Dunkeln nicht ganz so geheuer ist.

Aber am besten ist immer, einfach ausprobieren, wenn man Lust gekriegt hat! Just go-for-it and try, falls dich mal was Neues in den Fingern juckt – du kannst nur gewinnen!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*