Tempo raus – Technik rein!

Wenns laft, dann lafts! Wenn nicht, dann nicht! Den ersten Teil dieses Spruchs hörte ich erstmals Ende der Achtzigerjahre vom leider viel zu früh verstorbenen mehrfachen Skiweltmeister Rudi Nierlich. Den zweiten Teil habe ich beim letzten Schwimmtraining hinzugefügt. Was war passiert? Wenn ich die letzten Trainingswochen und -monate Revue passieren lasse, dann war eine Sportart dominant: Schwimmen. Einfach Schwimmen – soviel wie noch nie in meinem Leben. Und egal wo du viel Zeit und Energie investierst, du willst, dass was rauskommt. Also mir geht es zumindest so. Da ich jetzt trotz konsequenten Trainings noch nicht das Gefühl habe, tempomäßig einen großen Sprung gemacht zu haben, wollte ich mit meinem Coach besprechen, welche Einheiten ich in den nächsten Wochen forcieren sollte. Und raus kam: Tempo raus – Technik rein!

Die Lektion

Gleich bei der nächsten Schwimmeinheit wollte ich mit meinem Coach reden. Da er gerade mit anderen Sportlern im Gespräch war, hob ich mir meine Frage für später auf. Eine richtige Entscheidung, wie sich zeigen sollte. Gleich zu Beginn des Trainings merkte ich, dass ich nicht meinen besten Tag hatte. Und so erhielt ich in diesem Training eine besondere Lektion ganz ohne Coachinggespräch: Schneller werden – und das langsam!
Ich stellte fest, dass ich stets mit dem Ziel in jede Trainingseinheit ging, endlich schneller zu werden. Natürlich spielte auch etwas Ungeduld mit. Und was passierte: Mein Trainer nahm (noch) mehr Gas aus dem – meinem Empfinden nach – eh schon geringen Tempo.
An diesem Abend wurde es mir endlich klar: Er hat recht. Das Erlernen der richtigen Technik funktioniert – zumindest bei mir – nur in wirklich langsamem Tempo. Auch wenn ich während dieser Einheit verdammt oft haderte – und das ist jetzt noch höflich formuliert -, warum die „Kombination“ aus Schwimmen und Technik bei mir so gar nicht zusammenwachsen möchte. Ich hatte es jetzt verstanden. Schneller werden kann ich immer noch, jetzt geht es darum, mir die Methode von Grund auf anzueignen und einzutrainieren wie das Einmaleins. Und es dauert, so lange es dauert – bis ich die Technik intus habe.

Die Conclusio

Schon während des Trainings kam mir des Öfteren der Spruch: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“ in den Sinn. Ich habe mich nun einmal dazu entschlossen, Schwimmen zu erlenen. Mein Trainer hat bereits zu Beginn Klartext gesprochen, dass es seine Zeit dauern wird. Dass ich auch bei regelmäßigem Training Schwimmen nicht in einem Jahr erlernen werde (also das, was er unter Schwimmen versteht). Ob es mir nun Spaß macht oder nicht. Er scheint bei mir recht zu behalten, auch wenn ich ihn gerne eines Besseren belehren würde. Egal – für mich gilt in den kommenden Trainingswochen: Tempo raus und Technik rein!

by Georg

Wie es sonst noch auf meinem sportlich Weg läuft, kannst du wie immer im TRAININGS-TAGEBUCH entnehmen. Und uns interessiert noch immer, welche Ziele du dir setzt, also: TRAG dein ZIEL ein!

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