Warum dich dein verfehltes Ziel weiterbringt

Ich liebe Ziele und neue Herausforderungen – meine Challenges! Umso mehr blutet mir das Herz, wenn ich mich von einem sinnvollen, ambitionierten und eigentlich realistischen Ziel verabschieden muss. Keine Angst, es ist – objektiv- nichts Dramatisches passiert! Aber wir alle leben in unserer subjektiven Welt. Im Februar musste ich mich von meinen Monatszielen im Schwimmen (jede Woche mindestens 1x und insgesamt 10.000 m oder mehr) lösen. Warum das auch etwas Gutes für sich hat und ich trotz Scheitern zufrieden bin, musste ich selbst erst rekonstruieren. Aber lies selbst in: Warum dich dein verfehltes Ziel weiterbringt!

Wie kam es zu meinem „Scheitern“?

Nachdem meine drei Mädels schon im Jänner immer wieder von Verkühlungen unterschiedlicher Art und Intensität heimgesucht wurden, war im Februar ich an der Reihe. Was sich vor den Semesterferien abgezeichnet hatte, traf mich unpassenderweise im Winterurlaub. So konnte ich mit dem Schwimmtraining erst am 15. des Monats starten. Egal, dachte ich, 10.000 m sind auch in zwei Wochen möglich! Wären sie auch, wäre man zu 100 % auf der Höhe. Ist man es jedoch nicht, macht es weder Sinn noch gesund. Auch eine – zumindest in Kilometern – intensive Schwimmwoche reichte nicht aus – mein Körper bat wiederum um Ruhe. Verwundert hat mich dann doch, wie schwer es mir fällt, dieses Scheitern zu akzeptieren. Obwohl mir natürlich bewusst ist, dass es sich dabei erstens um mein höchstes Gut – meine Gesundheit – und zweitens ja „nur“ um ein sportliches Hobby handelt und es nicht um Leben und Tod geht.

Wie sieht das bei dir aus?

Vielleicht kennst ja auch du diese Gedanken bzw. hast bereits ähnliche Erfahrungen gemacht. Du bist ehrgeizig, gewohnt, deine sportlichen Leistungen zu bringen und die Gesundheit macht dir einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Grund genug für mich, darüber zu reflektieren und meine Gedanken mit dir zu teilen. Daraus entstanden sind die folgenden 7 Gründe, warum ich jetzt im Kopf weiter bin, als wenn ich mein Monatsziel geschafft hätte und wie diese 7 Gründe dir helfen können.

Die Erfahrungen dieses Monats zeigen mir, dass…

1.) mir mein(e) Ziel(e) wirklich wichtig sind!
Was ist dir so wichtig, das dir die Laune verdirbt, wenn du es nicht in den Wochenplan unterbringst?

2.) ich ein Maß an Verbissenheit nicht leugnen kann.
Worin verbeißt du dich gerne? So sehr, dass es manchmal vielleicht ungesund ist?

3.) mir im Leben definitiv nichts Schlimmeres als das passieren soll.
Wobei stellst du nach längerem Nachdenken fest, dass es Tragischeres gibt, als ein von dir selbst gesetztes Ziel nicht zu erreichen? Welche von den Ideen, die du dir in den Kopf gesetzt hast, relativieren sich nach längerer Betrachtung?

4.) nach jedem verpassten Ziel die Challenge wieder bei Null beginnt – und das ist auch gut so! Für 2020 hab ich schon wieder die ein oder andere Idee, was zu tun ist.
Wo könntest du wieder bei Null beginnen? Welche neuen Ideen hast du, wenn Plan A nicht funktioniert?

5.) sich nicht alles im Vorfeld planen lässt. Das Scheitern planen wir natürlich nicht, wir sollten es jedoch zulassen bzw. akzeptieren, wenn es denn soweit ist.
Worin kannst du noch an dir arbeiten? Welche von den Dingen, die unvorhergesehen daherkommen und deine Pläne durchkreuzen und die du ohnehin nicht ändern kannst, könntest du noch gelassener zulassen, entspannter annehmen?

6.) ein intensives Training bei angeschlagener Gesundheit absolut NICHTS bringt – die Entscheidung für die Gesundheit ist IMMER die einzig Richtige.
Wann hast du über die Stränge geschlagen und deine Gesundheit missachtet? Erinnere dich zurück – kannst du dieses Wissen mit deiner Erfahrung nun besser für die Zukunft speichern und mitnehmen?

7.) jedes „Scheitern“ den Erfolg erst so wirklich besonders macht!
Welche Erfolgserlebnisse hattest du nach persönlichem Scheitern, krankheitsbedingten Ausfällen, glorreichen Comebacks?

Ich freue mich, wenn du dir etwas Zeit nimmst, die Fragen (nur für dich und sehr gerne auch in den Kommentaren) zu beantworten und wünsche dir coole Erkenntnisse für deinen weiteren Go-for-it-Weg!

by Georg

Was sich abseits des verfehlten Ziels in meinem Training getan hat, kannst du wie immer dem TRAININGS-TAGEBUCH entnehmen. Und uns interessiert noch immer, welche Ziele du dir setzt, also: TRAG dein ZIEL ein!

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