#glaubandich

Der Gedanke, mich wieder einem Halbmarathon zu stellen, wuchs in mir nach meinem erfolgreichen „Zufalls-10 km-Lauf”. Dass dieser keine zwei Wochen später zur Realität werden würde, damit rechnete selbst ich nicht. Doch eins nach dem anderen. Auf jeden Fall gilt: #glaubandich!

Der Plan, der keiner war

Der „Zufall“ meinte es gut mit mir und so durfte ich anstatt eines erkrankten Arbeitskollegen an den Start des Vienna City (½) Marathons gehen. Aufgrund der Kurzfristigkeit fehlte mir einerseits jegliche läuferische Vorbereitung und andererseits auch die Regeneration. Absolvierte ich doch für meine Verhältnisse eine durchaus intensive Trainigswoche. Der große Vorteil lag für mich darin, dass ich gar keine Zeit hatte, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, wie es mir gehen würde. Würde mich mein Knie schmerzfrei finishen lassen, mit welcher Zeit wäre ich zufrieden und und und. Also legte ich mir folgende Renntaktik zurecht: langsam starten und im Idealfall schneller werden! Ein klassischer Negativsplit, wie er in der Läufersprache genannt wird – die zweite Hälfte schneller als die erste zu laufen wäre spitze! Und: einfach genießen! Viel mehr noch: vom ersten bis zum letzten Meter alles aufsaugen! Große Motivation kam von dem für meine Verhältnisse wirklich guten 10 km-Lauf der Vorwoche und so rannte ich los –  und glaubte an mich.

Das Rennen

Mit einer Mischung aus Anspannung, Vorfreude und vielen Fragezeichen im Kopf fand ich mich in Startblock 3 wieder. Zu meiner Freude nicht ganz alleine, auch meine „Marathon“-Nachbarin startete hier. Für sie ging es jedoch über die doppelte Distanz, ambitioniertes Zeitziel inklusive. Zumindest die Wartezeit konnten wir uns gemeinsam vertreiben – und so liefen wir gegen 9:20 umgeben von tausenden anderen Laufbegeisterten los. Für mich war das übrigens der erste wirklich große Lauf, an dem ich teilnahm, dementsprechend beeindruckte mich das ganze Spektakel eines Starts der Marathon Gold-Kategorie. Das erste Highlight „lauerte“ bei Kilometer 2 (Praterstern) auf mich, stand da doch jemand mit einem GO-FOR-IT-Banner am Straßenrand – zwar nicht für mich, trotzdem zu meiner großen Freude! Ich blieb kurz stehen, machte ein Foto und sprintete gleich noch stärker motiviert weiter. Der Glaube ans erfolgreiche Absolvieren dieses Halbmarathons stieg Kilometer für Kilometer. So verlief die erste Hälfte nach „Plan“ und ich wurde bei moderatem Tempo sogar schneller.

Die Challenge

Ab Kilometer 13 (in Richtung Schönbrunn laufend) merkte ich, dass ich großartige Temposteigerungen nicht mehr drauf und viel weniger in den Beinen hatte, eher im Gegenteil. Die fehlenden Einheiten im Tempo- wie auch im Ausdauertraining machten sich jetzt bemerkbar. Es war an der Zeit, dass der Kopf das Komando übernahm, um mich die letzten Kilometer Richtung Ziel „zu tragen“. Meine Beine waren bereit, mit dem Laufen aufzuhören. Aber die Slogans GO-FOR-IT und #glaubandich ließen mich nicht locker lassen. Und ab der inneren Mariahilferstrasse (2 bis 3 km vor dem Ziel) breitete sich in mir die fixe Überzeugung aus, dass ich nach eineinhalbjähriger Pause wieder einen ½ Marathon erfolgreich finishen würde. Der Kopf hatte den Körper besiegt und so durchlief ich müde, dafür mit einem umso breiteren Grinser den Zielbogen zwischen Burgtheater und Rathausplatz. Im weiten Zielauslauf erfüllte mich eine Mischung aus Stolz und Rührung, hatte ich doch mit dem Thema (Halb-)Marathon vor über einem Jahr abgeschlossen. Seit 7. April 2019 weiß ich wieder, dass viel mehr lauftechnisch für mich möglich ist. Ein sensationelles Gefühl!

Erkenntnisse für dich und mich

Am Ende stand eine Zeit von 2 Stunden 09 Minuten und 41 Sekunden auf meiner Uhr. Das mag für viele von euch nicht beeindruckend klingen, für mich ist es in Anbetracht der letzten Jahre ein Hauptgewinn. Der mir eine Reihe von Erkenntnissen bringt – mir und vielleicht ja auch dir:

  • Die Überraschung – ich blieb gänzlich schmerzfrei. Ich bin nun felsenfest davon überzeugt, dass die mir vom Physiotherapeuten aufgetragenen Übungen diesen Lauf erst möglich gemacht haben! Das heißt für mich: noch konsequenter dran bleiben – ohne wäre es wohl eher zu einer schmerzaft niederschmetternden Erfahrung geworden.
  • Der Muskelkater – für diese Distanzen braucht es tatsächlich ein Mehr an Training, vor allem was Rücken und Schultern betrifft – und klar, die Beine zeigen auch, dass es (ungewohnt) viele Kilometer waren.
  • Die Mischung macht’s! Wie schon im letzten Artikel erwähnt: Wenn du konsequent andere Sportarten trainierst, entwickelst du dich gesamthaft sportlich weiter.
  • Den zweiten 10er schneller (1:00:39) als den ersten (1:01:50) gelaufen – mein erster Negativsplit. Der wäre mir mit üblicher „Tempobolzerei“ sicher nicht geglückt. Es geht also doch… und macht mich richtig stolz!
  • Je weniger Zeit du hast, um über eine Sache nachzudenken, desto einfacher wird’s. Klar, gänzlich ohne Vorbereitung macht wenig Sinn. Aber ab einer gewissen Grundfitness ist alles möglich. Glaub also einfach an dich und just go-for-it!
  • Es macht unglaublich viel Freude, wenn du nach so einem persönlichen sportlichen Highlight zu Hause von deiner Familie voll Begeisterung empfangen wirst – vergiss nicht, auch dein privates Umfeld mit auf die Reise zu deinen Zielen zu nehmen!

by Georg

Was sich neben meinem Halbmarathon in meiner Trainingswoche noch so getan hat, entnimmst du wie immer dem TRAININGS-TAGEBUCH. Und – uns interessiert noch immer, welche Ziele du dir setzt, also: TRAG dein ZIEL ein!

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